"An apple a day keeps the doctor away." Dass unser Essverhalten einen wesentlichen Einfluss auf unsere persönliche Gesundheit und unser Wohlbefinden hat, ist für jeden klar. Doch erst etwa vor einem Jahr hatte ich ein Aha-Erlebnis als ich lernte, welchen Einfluss Ernährung auch auf die Umwelt hat. Die Nahrungsmittel-Industrie ist verantwortlich für ganze 30% der weltweiten Treibhausgas-Emissionen. Spannend dabei ist, dass durch kleine Veränderungen im eigenen Essverhalten sich diese schädlichen Emissionen, die für die globale Erderwärmung verantwortlich sind, halbieren lassen. Welche Änderungen sind das? Und lassen sich die Grundsätze gesunder Ernährung und umweltfreundlicher Ernährung miteinander vereinbaren? In diesem Blogbeitrag möchte ich Antworten zu diesen Fragen und konkrete Tipps für eine bessere Ernährung liefern.

 

Schweizer werden immer fetter und krankheitsanfälliger

Ein Drittel der Schweizer sind übergewichtig (BFS) und der Trend ist zunehmend. Die Folgen von Übergewicht sind ein erhöhtes Risiko für chronische Krankheiten wie Diabetes, Herzkreislauf-Beschwerden und Krebs. Das bedeutet nicht nur hohe volkswirtschaftliche Gesundheitskosten, sondern macht mir auch persönlich Sorgen um meine eigene Gesundheit und diejenige einiger Freunde und Familien-Mitglieder. Für die Recherche dieses Blogs habe ich mich mit darum mit den Theorien zu einer gesunden Ernährungsweise auseinandergesetzt. 

Grundsätzlich geht es bei einer gesunden Ernährung nicht darum einzelne Nahrungsmittel komplett zu verbieten, sondern sicherzustellen, dass die Einnahme von unterschiedlichen Nährstoffen (Proteine, Kohlenhydrate, Fette) ausgewogen sind und genügend Vitamine und Mineralien, die der Körper braucht, eingenommen werden. Eine bewährte Darstellung was eine ausgewogene Diät beinhaltet ist die Ernährungs-Pyramide. Sie zeigt wie die Anteile von verschiedenen Lebensmittel-Typen idealerweise in der Ernährung vertreten sein sollten. Der Hauptbestandteil einer gesunder Ernährung besteht demnach aus ungezuckerten Flüssigkeiten (Wasser, Tee), Gemüse und Früchte. Danach kommt ein etwas geringerer Anteil an Getreide- und Protein-haltigen Lebensmitteln. Der Anteil von Zucker und gesättigten Fetten (frittierte und tierische Lebensmittel) sind so gering wie möglich zu halten. (Quelle & mehr Infos: Schweizer Gesellschaft für Ernährung)

Die Theorie zum richtigen Ernährungsverhalten zu kennen ist das eine, danach zu leben nochmals etwas anderes. Aber darauf möchte ich jetzt nicht eingehen, das wäre dann ein Thema für einen separaten Blogbeitrag. Neben den Gesundheits-Folgen der Ernährunge möchte ich nämlich auch auf die Umwelt-Folgen der Ernährung näher betrachten.

 

Die Nahrungsmittel-Industrie treibt den Klimawandel

Umweltbelastung Ernährung

Die Entscheidungen bei unserer Ernährung haben einen direkten Einfluss auf die Umwelt. Die Nahrungsmittel-Industrie ist für 30% der globalen Treibhausgas-Emissionen verantwortlich (Quelle: Johnston et al) In der Schweiz macht die Ernährung 28% der persönlichen Umweltbelastung aus (siehe Grafik rechts, Quelle: WWF).

Um die Umweltbelastung eines Steaks oder eines Apfels zu verstehen muss man den ganzen Herstellungs-Prozess von der Anpflanzung, Verarbeitung, Verpackung, Transport und Zubereitung betrachten (durch sogenannte Ökobilanzen). Für mehrere Studien (z.B. Jungbluth) wurden für verschiedene Nahrungsmittel solche Ökobilanzen durchgeführt und dabei den Umwelt-Einfluss in Bezug auf CO2-/Treibhausgas-Emissionen, Wasserverbrauch und Landverbrauch gemessen.

Generell lässt sich feststellen, dass bei pflanzlichen Lebensmitteln die Umweltbelastung wesentlich geringer ist als bei tierischen Produkte. Bei Pflanzen ist die Umweltbelastung stark von der Anbau-Art (Feld vs. Gewächshaus) und vom Transportweg (Regional vs. eingeflogen aus Übersee) abhängig. Tierische Nahrungsmittel, insbesondere Fleisch haben aufgrund der Komplexität der Herstellung eine wesentlich höhere Umweltbelastung als pflanzliche Nahrungsmittel. Für die Produktion von 1 kg Rindfleisch z.B. werden etwa 100 mal mehr Treibhausgase (CO2-Äquivalent) ausgestossen als für 1 kg Äpfel. (Quelle: BarillaCFN) Dies lässt sich durch die Tatsache erklären, dass einerseits für die Fütterung eines Rinds (oder Schwein, Huhn, etc.) zuerst eine grosse Menge pflanzlicher Nahrung angebaut werden muss und zweites, dass Rinder bei der Verdauung das Treibhausgas Methan produzieren.

 

Lässt sich gesunde und umweltfreundliche Ernährung vereinbaren?

Der Vergleich der Ernährungs-Pyramide mit der Umweltbelastung von Lebensmitteln zeigt interessante Erkenntnisse: die Nahrungsmittel, die am gesündesten sind und am meisten gegessen werden sollen, haben auch die kleinste Umweltbelastung.

Eine Studie des Barilla Center for Food & Nutrition zeigt, dass wenn man anstatt täglich nur 2 mal pro Woche Fleisch isst die Umweltbelastungen bereits um ca. 40 % reduziert werden. Dazu durch eine komplett fleisch-freie Ernährungsweise werden die CO2-Emissionen um über 50% reduziert. Am wenigsten Umweltbelastung wird durch eine vegane Diät erreicht. Dabei werden tierische Produkte wie Milch, Käse, Eier oder Joghurt komplett mit pflanzlichen Produkten (Hülsenfrüchte, Nüsse, Tofu, Seitan, Gemüse, usw.) ersetzt.

Eine der langfristig gesündesten und umweltfreundlichsten Ernährungsweisen ist die sogenannte Mittelmeer-Diät. Sie besteht primär aus vielen Früchten, Salat, Gemüse, Vollkorn-Produkten, Hülsenfrüchten, Olivenöl, Nüssen und nur wenig Fleisch und Milchprodukten. Gesundheitliche Vorteile einer solchen „mediteranen“ Ernährung sind eine tiefere Sterblichkeit sowie weniger Herzkreislauf-Erkrankungen, Stoffwechsel-Erkrankungen und Tumorbildungen (Quelle: Barilla Center for Food & Nutrition).

Eine aktuelle Studie (PNAS) hat berechnet, dass durch einen Übergang zu einer mehr pflanzen-basierten Diät welche gleichzeitig den Standard Ernährungs-Empfehlungen entspricht, die globale Sterblichkeit um 6-10% reduziert könnte und gleichzeitig die Ernährungs-bezogenen Treibhausgase um 29-70% reduziert werden könnten. Das sind doch tolle Neuigkeiten!

 

4 Tipps für nachhaltigere & gesunde Ernährung

Mit einigen wenigen Umstellungen lässt sich die eigene Ernährungsweise auf einen nachhaltigeren Kurs bringen und damit gleichzeitig etwas für die Gesundheit & fürs Portemonnaie tun. Die effektivsten Tipps habe ich hier aufgeführt:

1) Mehr Vegetarische Menüs

In dem wir den Fleischkonsum auf 2 mal pro Woche anpassen erhalten wir genügend Proteine, können das Risiko für Krebs & Herzkreislauf-Krankheiten senken, unsere Ernährungs-bedingte CO2-Emissionen um 25% verringern und gleichzeitig Geld sparen. Wie wäre es mal etwas Neues auszuprobieren, das Vegi Menu wählen oder mal ein Tofu Curry? Spannende klimafreundliche Rezepte gibt’s auf der eaternity App.

2) Auf die Art des Fleisches kommt es an

Die Menge Fett und Energie die in der Produktion von Rindfleisch und verarbeitetes Fleisch wie Würste ist bis 10 mal höher als weisses Fleisch wie Poulet (Vergleich verschiedener Fleischsorten). Dazu zeigte kürzliche eine WHO Studie, dass der tägliche Konsum von nur 50 Gramm rotem oder verarbeitetem Fleisch das Krebsrisiko um 18% erhöht.

3) Saisonal und regional einkaufen

Darauf achten welche Gemüse & Früchte Saison haben entsprechend einkaufen reduziert CO2-Emissionen durch lange Transportwege oder Gewächshaus-Beheizung. Muss ich wirklich im Februar schon Erdbeeren aus Spanien essen oder kann ich noch einige Wochen warten bis sie in der Schweiz reif sind? Mit der WWF-App kann man direkt im Laden nachschauen welche Gemüse und Früchte gerade Saison haben.

4) Foodwaste vermeiden

In der Schweiz geht ca. 1/3 aller Lebensmittel als sogenannter Foodwaste verloren. Mit einigen einfachen Gewohnheiten kann man sicherstellen, dass im eigenen Müll kein Essen landet. Anfangen kann man mit dem Schreiben einer Einkaufsliste und mit vollem Magen zum Laden gehen. Weitere Tipps gibt’s auf

 

Mehr Tipps & Motivation zur Ernährungsumstellung

Möchten Sie Ihre Essgewohnheiten umweltfreundlicher und gesünder gestalten? Machen Sie mit Ihrem Betrieb mit beim schweizweiten Teamwettbewerb We Act for Impact - Food Challenge 2016.

 

Über die Autorin: Irene Schatter

Irene Schlatter arbeitet bei WeAct als Head of Marketing. Sie glaubt daran, dass jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten zu einer nachhaltigeren Zukunft beitragen kann. Darum hat Sie ihren Lebensstil inklusive Essgewohnheiten im letzten Jahr stark umgestellt. Zum Beispiel ass Sie früher täglich Fleisch und heute nur noch etwa einmal pro Woche. 

 

 

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